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Hans-Georg von Arburg (Lausanne)

Short Bio

Hans-Georg von Arburg ist Professor für Neuere deutsche Literatur an der Universität Lausanne. Forschungsschwerpunkte: Literatur- und Ästhetikgeschichte 18. bis 20. Jahrhundert, Literatur und die Künste (v.a. Architektur und Musik), Begriffsgeschichte und Metaphorologie, Literarisierung prekärer Wissensformen (z.B. Physiognomik, Kleksographie, Tätowierung). Wichtigste Publikationen: Kunst-Wissenschaft um 1800. Studien zu Georg Christoph Lichtenbergs Hogarth-Kommentaren (Wallstein, 1998), Alles Fassade. 'Oberfläche' in der deutschsprachigen Architektur- und Literaturästhetik 1770-1870 (Fink, 2008). 

Abstract: "Loos lesen. Kleine Geschichten der modernen Architektur" 

Adolf Loos gehörte zu den umstrittensten Architekten seiner Zeit. Die Polemik um Loos war nicht allein in der Architektur seiner Bauten begründet, sie ging ganz wesentlich auch von seinen Schriften aus. Mit diesen hatte Loos nicht nur seine gesamte Bautätigkeit feuilletonistisch sekundiert, angefangen bei der frühen Zeitschrift "Das Andere" (die man als Parallelaktion zu Kraus' "Fackel" lesen kann) über seine polemischen Artikel in der Tagespresse und in Kunstzeitschriften (wie dem "Sturm") bis hin zu seinen legendären Aufsatzbänden "Ins Leere gesprochen" (1921)und "Trotzdem" (1930). Loos hat damit eine für die Architekturmoderne modellhafte narrative Theoriebildung geprägt, die von Le Corbusier bis Rem Koolhaas stilbildend gewirkt hat. Und er hat mit dieser kleinen Form narrativer Architekturtheorie nicht zuletzt eine ebenso widerständige wie widersprüchliche Geschichte des eigenen Erfolges geschrieben. Der Vortrag zielt auf die unausweichlichen Lücken, die durch eine Ästhetik der Verkürzung und Verknappung in diesem Theoriediskurs entstehen und die unbedingt mitgelesen werden müssen.