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Ulrike Bergermann (Braunschweig)

Short Bio 

Ulrike Bergermann ist Professorin für Medienwissenschaft anders der HBK Braunschweig mit Arbeitsschwerpunkten in Medientheorie und Wissenschaftsgeschichte, Gender und Postcolonial Studies. Letze Buchpublikationen: Disability trouble. Ästhetik und Bildpolitik bei Helen Keller (b_books, 2013); total. Universalismus und Partikularismus in post_kolonialer Medientheorie, hg. mit Nanna Heidenreich (transcript, 2015); Leere Fächer. Gründungsdiskurse von Kybernetik und Medienwissenschaft (2015, i.Dr.). 

Abstract: "In Klammern. Kleine Kolonien der Akteur-Netzwerk-Theorie" 

Die Akteur-Netzwerk-Theorie wollte nie eine Metatheorie sein und keine großen Erzählungen liefern, sondern in einzelnen Fallanalysen jeweils die aussagekräftigsten lokalen Netzwerke verfolgen. Ob Callons "Fall des Elektrofahrzeugs", Kammmuscheln oder Mikroben: Ihre Analysen waren ebenso begrenzt wie exemplarisch. Latours erste Studie (als Wehrdienstersatz für das französische Entwicklungshilfeministerium, vor einem Konzept von Netzwerktheorie) betraf den 'Fall' der ivorischen Technikstudenten, die als minder begabt im technischen Denken galten; das nächste Studienobjekt wurde bekanntermaßen das Hormonlabor in La Jolla (Laboratory Life, mit Steve Woolgar 1979). Ob in der "Logistik der immutable mobiles" (Latour) und der Macht der transportablen Landkarte für Übersee-Expeditionen, mit dem Schiff im "Fall der portugiesischen Expansion" (Law) oder dem Buchdruck und dem Schießpulver, die Themen der Netzwerkstudien haben oft koloniale Situationen adressiert. Vor diesem Hintergrund geht es im Vortrag um die "Bodenstichproben aus dem Urwald am Amazonas" und um die Einschübe in Klammern, die Latour seinem Text zwischen der Erstveröffentlichung 1993 und dem überarbeiteten Buchkapitel 1999 hinzugefügt hat. Die kleine Form des Einschubs beschäftigt sich mit der postkolonialen Situation der Forschung, die der Autor aus seinen Überlegungen herausnehmen will.