Individuelle Forschungs- und Lehrprojekte
- Estuary English Revisited (Ulrike Altendorf)
-
English as a Heritage Language and the Pragmatics of Politeness (Aida Jalanesh)
Projektbeschreibung
The notion of politeness is claimed to be a universal phenomenon in human interaction in society. If one fails to convey politeness, communicate sensitivity and show consideration for others, this may lead to a communication breakdown. The acquisition of appropriate politeness plays a crucial role in every speaker’s pragmatic competence and has long been recognized as an essential component of general language proficiency. Despite this important acknowledgement, little is known about the development of pragmatic skills (Böning 2016, Montrul 2016). Additionally, research has shown that the degree of appropriate politeness together with the linguistic realisation of polite formulae varies considerably in different cultures. The differences in the rules of language use often lead to pragmatic failures. This study sets out to investigate the pragmatic abilities of English heritage language speakers and German English foreign language learners in comparison to English native speakers to illuminate cultural differences in politeness strategies and provide insights into the acquisition of those.
Stand: 30. Mai 2019
-
Teaching Global Englishes in the Classroom: Ein interdisziplinäres Schulkooperationsprojekt zur Förderung der unterrichtspraktischen Kompetenzen in der mehrsprachigen Welt (Pascal Hohaus)
Antragssteller: Dr. Pascal Hohaus
Förderung: Studienqualitätsmittel der Leibniz School of Education
Laufzeit: seit 04/2024 (laufend)
Beschreibung
Der fachliche und fachdidaktische Bezugspunkt des Projekts ist die globale Vielfalt der englischen Sprache, die mit einem interdisziplinären Lehransatz als sprachliche Diversität sichtbar und für den schulischen Unterricht fruchtbar gemacht wird (Jenkins, 2014; Rose & Galloway, 2019). Das Projekt zielt darauf ab, sprachwissenschaftliche und fachdidaktische Lehre miteinander zu verbinden und ein Theorie-Praxis-Format mit Schulpraxisbesuch (inklusive Reflexionskomponente) zu entwickeln, umzusetzen und zu evaluieren.
Hintergrund
Im Hinblick auf die strategische Weiterentwicklung der Lehrkräftebildung ist das Projekt auf die Bereitstellung wissenschaftsbasierter und professionsorientierter Lerngelegenheiten ausgerichtet, die einen kumulativen Kompetenzaufbau unterstützen, kohärente Studienstrukturen fördern und zudem die schulpraktischen Studien im Unterrichtsfach Englisch weiterentwickeln. Das Projekt lässt sich somit im Kontext von „Practice-Based Teacher Education“ (Zeichner, 2012) verorten, da es mit der Stärkung der Theorie-Praxis-Integration an einem zentralen Kritikpunkt an der Lehramtsausbildung ansetzt (vgl. z. B. Rothland, 2023). Leitend für das Projekt ist ein Kompetenzverständnis, das sich am COACTIV-Modell professioneller Kompetenz von Lehrkräften (Baumert & Kunter, 2006) orientiert. Dessen Annahmen prägen zum einen die Konzeption des Theorie-Praxis-Formats und fließen zum anderen in die empirische Begleitforschung ein, die u. a. auf einer qualitativen Analyse von Unterrichtsnachbesprechungen basiert (Heeren & Hohaus, 2025).
Durchführungen
Im Hinblick auf die curriculare Zuordnung ist das Theorie-Praxis-Format aufgrund seines interdisziplinären Zuschnitts sowohl im Bereich der Fachdidaktik als auch der Linguistik belegbar. Das Seminar mit Schulpraxis- und Reflexionskomponente wurde erstmals im Sommersemester 2024 umgesetzt und insgesamt vier Mal durchgeführt (Stand März 2026). Die Schulpraxisbesuche fanden an den folgenden Schulen der Region statt: Leonore-Goldschmidt-Schule, IGS Garbsen, IGS Stöcken, IGS Büssingweg, Sophienschule, KGS Bad Bevensen, Gymnasium Limmer, Bismarckschule Hannover, Ratsgymnasium Stadthagen und Schillerschule.
Publikation
Heeren, J.-F., & Hohaus, P. (2025). Professionelle Kompetenzen im Theorie-Praxis-Transfer: Eine qualitative Analyse von Unterrichtsreflexionen im Schulpraxisseminar. Zeitschrift für Bildungsforschung. doi.org/10.1007/s35834-025-00518-0
Abgeschlossene Projekte & Promotionsprojekte
-
Forschungs- und berufsfeldbezogene Kompetenzen fördern: Ein Projekt zur Stärkung der Praxisorientierung im Lehramtsstudium des Englischen (Pascal Hohaus)
Art der Förderung
Fördergeber: Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur
Förderlinie: Innovation Plus 2022/2023
Projektzeitraum: 04/2022-12/2023
ForschungsteamAntragsstellerin: Prof. Dr. Ulrike Altendorf
Projektkonzeption und -leitung (Ko-Antragssteller): Dr. Pascal Hohaus
Studentischer Mitarbeiter im Projekt: Jan-Friso Heeren
Zielsetzung des ProjektsPraxisorientierung und Forschung sind zentrale Aspekte des Lehramtsstudiums. Studierende sollen Kompetenzen entwickeln, die zum einen wissenschaftliches Arbeiten und Forschen ermöglichen und zum anderen möglichst praxisnah auf den Beruf der Lehrkraft vorbereiten. Die Verknüpfung dieser beiden Dimensionen ist insbesondere für die fachwissenschaftliche Ausbildung im Rahmen eines Lehramtsstudiums eine besondere Herausforderung. Mit dem übergeordneten Ziel, den Praxisanteil im Lehramtsstudium des Englischen zu erhöhen, soll diese Herausforderung am Beispiel der Englischen Linguistik explizit adressiert werden. Zu diesem Zweck wird in diesem Lehr-Lern-Projekt ein Workshop mit digital-gestützten Elementen entwickelt, durchgeführt und evaluiert.
Durchführung des WorkshopsDer oben beschrieben viertägige Workshop mit digital-gestützten Elementen wurde im Sommersemester 2022 und Wintersemester 2022/2023 unter dem Titel „Increasing teaching proficiency via researching learner language“ durchgeführt. Aufbauend auf einem interdisziplinären Ansatz zwischen Englischer Linguistik und Fachdidaktik des Englischen war es das Ziel des Seminars, forschungs- und berufsfeldbezogene Kompetenzen zu fördern. Ausgehend von der durch die Globalisierung getriebenen Entwicklung, dass die englische Sprache als sogenannte lingua franca eine Verkehrssprache zwischen Menschen mit verschiedenen sprachlichen und kulturellen Hintergründen geworden ist, erforschten die Studierenden Charakteristika ihres eigenen Sprachgebrauchs, basierend auf einer kritischen Rezeption des interlanguage-Konzepts. Im Folgenden wurde der Fokus auf die Nutzung der englischen Sprache in lingua-franca-Kontexten gelegt. Die Studierenden entwickelten zudem Ansätze zur Anwendung der Erkenntnisse im schulischen Fremdsprachenunterricht. Konventionelle native speaker norms und entsprechende Lehrperspektiven wurden hinterfragt und dem Konzept English as a Lingua Franca (ELF) bzw. Teaching English as a Lingua Franca (TEFL) gegenübergestellt. Die Studierenden führten korpuslinguistische Analysen mit einem modernen Korpus-Interface und entsprechenden Transkripten des VOICE 3.0 (Vienna-Oxford International Corpus of English) (https://voice3.acdh.oeaw.ac.at/) durch, um beispielhafte Daten und Einstellungen zum Fremdsprachenerwerb zu untersuchen. Mithilfe des VOICE 3.0-Korpus lernten die Studierenden, wie eine linguistische Konkordanzsoftware aufgebaut ist und wie man sie für bestimmte Forschungsfragen einsetzen kann. Such- und Filterfunktionen wurden in einem interaktiven Quiz eingeführt und direkt von den Studierenden an mobilen Endgeräten angewendet. Die jeweiligen gefilterten Ergebnisse dienten als Grundlage von sprachlichen und inhaltlichen Diskussionen authentischer ELF-Konversationen. In einer abschließenden Transferaufgabe stellten die Studierenden konkrete Thesen im Kontext des Korpus und des Themas Englisch als lingua franca auf, die Forschungsgrundlage möglicher Bachelor- und Masterarbeitsthemen sein könnten.
Auf Grundlage dieses thematischen Einstiegs zu aktuellen linguistischen Forschungsfragen folgte dann der Übergriff zum Praxisbezug der Lehrtätigkeit an Schulen: Die Studierenden entwickelten Unterrichtsentwürfe zum Seminarthema English as a Lingua franca. Anhand von Vorgaben, wie sie z.B. in Schulpraktika und im Vorbereitungsdienst (Referendariat) üblich sind, gestalteten die angehenden Lehrpersonen Unterrichtsskizzen, Aufgabenstellungen, Methoden und dazugehörige Arbeitsmaterialien. In einer abschließenden Präsentation und Diskussion mit der Seminarleitung und den Mitstudierenden wurden die Ergebnisse zur nachhaltigen Festigung eruiert und reflektiert.
Prüfungsformat des Seminars war eine Präsentation (inkl. Diskussion), basierend auf einer schriftlichen Ausarbeitung, mit der ein Teilaspekt des Reflexionsportfolios (siehe unten) vertieft wurde. Das Thema sollte an den Seminarkontext anschließen, durfte aber in diesem Rahmen frei gewählt werden. Die Produkte und Gespräche hatten unterschiedliche Schwerpunkte. Auffallend war, dass viele Studierende interdisziplinäre Ansätze wählten, welche die linguistischen Ideen von ELF und der Korpuslinguistik in den Kontext des Fremdsprachenunterrichts brachten. Die Kombination aus forschungs- und berufsfeldbezogenen Kompetenzen spiegelte sich folglich in der Prüfungsform und der damit verbundenen eigenständigen Erarbeitung eines Themas wider. In didaktischer und methodischer Hinsicht wurden die beiden Workshops von Reflexionsaufgaben (als Teil eines Reflexionsportfolios) begleitet, welche die behandelten Inhalte thematisierten und gleichzeitig auf die nächste Sitzung vorbereiteten. Game-basierte Aufgaben (z.B. Kahoot, Menti), abwechselnde Sozialformen, Studierendenpräsentationen sowie kollaborative Schreibformate (bspw. im Kontext des Transkribierens) sorgten für einen hohen Partizipationsgrad und große Kommunikationsanteile studierendenseits. Durch die Einbindung eines studentischen Tutors wurde zum einen eine individuelle Betreuung sichergestellt und zudem die studentische Perspektive besonders berücksichtigt.
Evaluation & TransferEine Analyse der Reflexionsaufgaben zeigte eine gestiegene awareness bezüglich der Spezifika der englischen Sprache in lingua franca-Kontexten. Im Hinblick auf die Problematik des assessment (Bewertung, vor allem auch durch Noten) wurden jedoch auch Vorbehalte gegenüber einem ELF-Ansatz im schulischen Unterricht deutlich (vgl. Hohaus 2023; Heeren & Hohaus, im Erscheinen). Dahingehend hat dieses Seminar offengelegt, wie berufsfeldbezogene Kompetenzen erlangt werden können, ohne dass die Forschungsperspektive vernachlässigt wird. Interdisziplinarität, stetige Reflexion und Einbindung studentischer Interessen verliehen diesem Projekt einen innovativen Charakter, welcher die konventionellen Grenzen eines fachwissenschaftlichen Seminars um konkrete Berufsfeldbezüge erweitert (für die hochschuldidaktischen Implikationen vgl. Heeren & Hohaus, im Erscheinen; Hohaus & Heeren, 2025). Die Materialien des Workshops wurden im weiteren Verlauf des Projekts als Open Educational Resources aufbereitet. Die studentischen Ergebnisse und Reflexionen sowie derer Erforschung waren außerdem Grundlage für den im Rahmen dieses Projektes entstandenen Sammelband (vgl. Hohaus & Heeren 2023a, 2023b). In diesem Kontext haben sich drei Perspektiven ergeben, die für innovative Ansätze in der zukünftige Lehrkräfteausbildung zu adressieren sind: pedagogies (u. a. am Beispiel der kontinuierlichen Einbindung studentischer Reflexionen), technologies (u. a. am Beispiel der Arbeit „mit“ und „über“ Medien anhand des VOICE 3.0-Korpus) und societies (u.a. am Beispiel der globalen Realität von English as a Lingua Franca).
PublikationenHeeren, J.-F. & Hohaus, P. (im Erscheinen). Fachwissenschaft grenzenlos? Interdisziplinäre Lehre zur Stärkung des Praxisbezugs im Lehramtsstudium am Beispiel eines digital-gestützten Workshops in der Englischen Sprachwissenschaft. In J. Noller, C. Beitz-Radzio, M. Förg, S. E. Johst, D. Kugelmann, S. Sontheimer & S. Westerholz (Hrsg.). Grenzüberschreitende Lehre. Wiesbaden: Springer.
Hohaus, P. & Heeren, J.-F. (Hrsg.). (2023a). The Future of Teacher Education: Innovations across Pedagogies, Technologies and Societies. Leiden: Brill. doi.org/10.1163/9789004678545
Hohaus, P. & Heeren, J.-F. (2023b). Quo Vadis Teacher Education? Towards a Multi-Dimensional Approach to Educational Innovations in the Light of Pedagogical, Technological and Societal Changes. In P. Hohaus & J.-F. Heeren (Hrsg.). The Future of Teacher Education – Innovations across Pedagogies, Technologies and Societies (S. 1–14). Leiden: Brill. doi.org/10.1163/9789004678545_001
Hohaus, P. & Heeren, J.-F. (2025). Kollaboratives Reflektieren durch studentische Impulse: Partizipation in Gruppendiskussionen fördern. Horizont Lehre. Perspektiven und Wege, 1 (1), S. 1–10. doi.org/10.63098/hl.2025.1
-
Subordinating Modalities – A Quantitative Analysis of Syntactically Dependent Modal Verb Constructions (Pascal Hohaus)
Kerndaten
Leitung: Pascal Hohaus
Dauer: 10/2015-07/2018
Förderung (im Rahmen der Begabtenförderung für Nachwuchswissenschaftler): Stiftung der Deutschen Wirtschaft (Förderzeitraum: 02/2016-09/2017, Fördervolumen: 28.025 EUR)
Kurzbeschreibung
This study is concerned with the use of the English modals (may, might, can, could, shall, should, will, would and must) in adverbial, relative and complement clauses. It employs synchronic data from the British National Corpus and quantitative methods to investigate similarities and differences between the core modals, as well as modal-specific preferences in subordinate clauses. The main finding is that modal verbs in subordinate clauses may be conceived of as meso-constructions and that they qualify as micro-constructions once further syntagmatic features are considered. This allows for distinguishing modal verb phrases with different degrees of complexity, schematicity, productivity and subjectivity.
Konferenzen und Forschungsaufenthalte
September 2017. Vortrag mit dem Titel “Situating Epistemicity – Weak Epistemic Meanings and the Case of Might” 50. Jahrestagung der Societas Linguistica Europaea. Workshop: Linguistic categories, language description and linguistic typology, Zürich.
August 2017. Vortrag mit dem Titel “Configurations of Clause Type and Modal Form – On the Syntactic Integration of the English Modals.” Knowling 2017. The Expression of Knowledge: Epistemicity and Beyond, Helsinki.
Juni 2017. Forschungsaufenthalt am Institute of English Studies (Université de Neuchâtel), Neuchâtel (Schweiz).
Publikation
Hohaus, Pascal. 2020. Subordinating Modalities. A Quantitative Analysis of Syntactically Dependent Modal Verb Constructions. Stuttgart: J. B. Metzler.
-
LONGDALE-GE - Compiling the Written Component of the German Subcorpus of the Longitudinal Database of Learner English (Caroline Gerckens)
Projektbeschreibung
LONGDALE-GE is the German subcorpus of the LONGDALE (Longitudinal Database of Learner English) project that was initiated in January 2008 by the Centre for English Corpus Linguistics at Université catholique de Louvain. LONGDALE is a joint international project that aims to build and feed a longitudinal database of Learner English. For all subcorpora, the same students are followed over a period of at least three years and data collections are organized at least once a year. The written component of LONGDALE-GE was compiled by Caroline Gerckens, MA, in the Deparment of English Linguistics at Leibniz Universität Hannover. Data collection began with the first cohort in October 2011 which was finished in July 2014. A second cohort was started in October 2012 and finished in July 2015. A third cohort started in October 2013 and finished in July 2016.
For more information about the project and about other partners, please consult https://uclouvain.be/en/research-institutes/ilc/cecl/longdale.html.
Stand: 5. März 2021