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Ethel Matala de Mazza (Berlin)

Short Bio

Ethel Matala de Mazza ist Professorin für Deutsche Literatur an der Humboldt Universität zu Berlin. Ihre Publikationen umfassen Arbeiten zur Literatur- und Theoriegeschichte des politischen Imaginären, zur Kulturtheorie, zu Wechselbeziehungen zwischen Recht und Literatur sowie zur Gattungsästhetik kleiner Formen und von Genres der Populärkultur. Publikation in Vorbereitung: Mindere Kunst. Verhandlungen der Moderne zwischen Operette und Feuilleton.

Abstract: "Die Welt als Mischung und Allerlei. Miszellen - faits divers - Zeitungsfeuilletons" 

Faits divers sind Vermischte Nachrichten von lakonischer Kürze, die in der Presse des 19. Jahrhunderts eine eigene Rubrik erhalten. Deren Umfang nimmt stetig zu, weil durch die Telegraphenkabel und Presseagenturen nicht nur die schiere Menge an Nachrichten exponentiell wächst, sondern sich auch die Leserschaft von diesem Typus von Meldungen faszinieren lässt. Die faits divers bieten in ihrer Disparatheit ein realistisches Theater von Verzweifelten, Brandstiftern, Unfalltoten und Mordopfern, deren Geschick im kruden Faktum der lapidaren Meldung gleichwohl erratisch bleibt. Der Vortrag reflektiert die Faszinationskraft der faits divers vor dem Hintergrund einer älteren Geschichte der Miszelle und fragt nach der Logik ihrer kargen Narration, nach den Lektüren, die sie nahelegen, aber auch nach den neuen - und größeren - Geschichten, die aus ihnen hervorgehen.