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Elke Rentemeister (Luzern)

Short Bio 

Elke Rentemeister ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Competence Center Visual Narrative an der Hochschule Luzern - Design und Kunst. Zur Zeit arbeitet sie im SNF-Projekt Ultrashort - Zur medialen Logik kürzester a/v-Formen an der Erforschung der Ästhetiken und sozialen Praxen audiovisueller Miniaturen. Eine erste Sammlung von Texten und künstlerischen Beiträgen erscheint in No. 5: Ultrashort, Hyperframe (interact Verlag) in diesem Jahr. 

Abstract: "Snap!" 

Am 24. Januar 2013 wurde von Twitter das Video-Format Vine eingeführt. Die Dauer der Mini-Clips ist auf sechs Sekunden beschränkt und radikalisiert damit als Ergebnis technischer, sozialer, ökonomischer Konvergenzen und Medienüberschreitungen den medialen Trend zur Verkürzung audiovisueller Narrationen. Das audiovisuelle Material des Online-Dienstes Vine wird mittels App über Smartphones produziert, distribuiert sowie rezipiert. Die ständige Verfügbarkeit von Kameras, die Identität von Aufnahme- und Abspielgerät machen aus Rezipienten Prosumer, die Medieninhalte aktiv konsumieren und produzieren. In der Konvergenz von Medien einerseits und von Interaktion und Partizipation andererseits liegt eine Relevanz der Ultrashorts, die durch Momenthaftigkeit, fragmentarisches Erzählen und serielle Formen charakterisiert sind. 

Als social Media dienen sie häufig phatischer Kommunikation und erfüllen damit eine spezifische soziale Funktion des Herstellens von Anschlusskommunikation und Gemeinschaft. Ultrashorts sind in diesem Sinne als eine Praxis zu sehen, die zu Interaktion, Engagement und Partizipation führt. Wir benutzen die digitalen Bewegtbilder ebenso wie Fotografien in steigendem Maße als Medium der Kommunikation statt als Medium der Repräsentation und bewegen uns vom Reden über Bilder zum Reden mit/durch Bilder. Geleitet durch den Wunsch, 'uns' statt 'etwas' mitzuteilen, entwickeln sich unsere Schnappschüsse des Alltags zu Markern dessen, wer wir sind, sein wollen oder wohin wir gehen.