Forschungsprojekte
Laufendes Forschungsprojekt
Oktober 2025
Das laufende Forschungsprojekt (Habilitationsprojekt) befindet sich in der Vorbereitungsphase.
Forschungsinteressen
- Literatur und Kultur der Moderne
- Zeitschriften, Magazine und Periodika
- Bewegungen der hist. Avantgarde
- Kurzformen und Fragemente des Schreibens: Aphorismen, Kürzestgeschichten, Notizen
- Semiotik/Semiologie
- Sprachphilosophie und Literatur, insb. Ludwig Wittgenstein
Dada artist and poet Elsa von Freytag-Loringhoven, multiplied
Laufende und Abgeschlossene Projekte
Dissertationsprojekt - 2020-2024
"Little Magazine Dialogism. Constellations, Circulations, and Submersions of Modernism"
Subprojekt "Constellations" im DFG-Forschungsprojekt (2020-2023) "Multiplications: Modernity, Mass Culture, Gender in the United States, 1910-1933"
Exposé:
Die Dissertation untersucht die Ausbreitung und Manifestierung der modernistischen Literatur- und Kunstbewegung im transatlantischen Raum. Ihr Material hierfür ist ein vielfältiger Korpus an sogennanten „Little Magazines“ in den USA, Westeuropa, Großbritannien und Südamerika. "Little Magazines" betrifft hier oft experimentelle Kulturmagazine, welche in der Moderne von Literaturgruppierungen weltweit herausgegeben wurden. Das Projekt zeigt, wie diese Magazine Dialoge untereinander, mit anderen Periodika und mit ihren Lesern eingehen und somit modernistische Formen, Denkweisen und Stile als breitere Praxis etablieren und von ihrer subkulturellen Perspektive aus entscheidend in Minoritäts- und Emanzipationsdiskurse eingreifen.
Nach einer Einschätzung des Forschungsfeldes „Modernist Studies“ und seiner terminologischen Problemstellungen beschreitet die Arbeit verschiedene Ebenen der modernistischen Eigenformulierung und -ausbreitung. Sie beginnt bei den Kollaborationen und Dialogen der Kunstbewegungen und kleinen Magazine untereinander („Lateral Dialogues“). Es folgt eine Betrachtung der modernistischen Interventionen in massenorientierten Printmedien der Moderne, unter dem Slogan „Asymmetric Dialogism“. Emanzipatorische Anstrengungen feministischer, schwarzer und antirassistischer Magazine rücken hierbei exemplarisch in den Vordergrund. Das Kapitel „Amateur Modernism“ nimmt die Dialoge zwischen kleinen Magazinen und ihren Leser*innen in den Fokus.
Nachdem sich diese Kapitel generell mit der Ausbreitung des Modernismus beschäftigt haben, setzt das Kapitel „Forgetful Modernism“ einen Kontrapunkt, indem es die amerikanische Futuristin Frances Simpson Stevens unter dem Fokus ihres kulturhistorischen Verschwindens betrachtet. Mit Stevens formuliert die Arbeit eine diskontinuierliche Theorie einer praktischen Avantgarde und zeigt, wie, neben literarischen, auch visuell-formende Spielarten in einen partizipativen Modernismus des Alltags zurückgeführt werden können.
Theoretisch stützt sich die Arbeit auf den Begriff der "Konstellation", der sich aus zeitgenössischen philosophischen Bemerkungen Walter Benjamins und Ludwig Wittgensteins ergibt. Zur Untersuchung der dialogischen Wechselwirkungen der "Little Magazines" zieht das Projekt Mikhail Bakhtins Theorie des "Dialogismus" heran.